Matratzenbezüge

Webart

Drell:

Der traditionell bekannteste Matratzenbezug ist ein fest gewebter Stoff, der auch der Matratze straffe Liegeeigenschaften verleiht. Meist als fester Bezug gearbeitet, nicht abnehmbar.

Velours:

Vorteil ist samtiger Griff, trockene Oberfläche, Haltbarkeit. Nachteil: häufig zu beobachten ist das Wandern von Molton oder Spannbettuch auf der Matratze. Der Effekt ist vergleichbar mit der Teppichbrücke auf dem Teppichboden - auch den muss man immer wieder auf die richtige Stelle ziehen.

Frottee:

Vorteil ist angenehmer Griff, trockene Oberfläche, Haltbarkeit, Elastizität. Nachteil: evtl. etwas rau empfunden, möglich ist bei längerer Schlinge das Wandern von Moltonauflage bzw. Laken auf der Matratze.

Jersey:

Vor allem als Doppeltuch-Jersey eigentlich nur Vorteile. Elastisch, atmungsaktiv, haltbar, angenehm im Gebrauch.

Material

Die als Naturmaterial angesehene Faser aus reiner Baumwolle hat wenig Rückstellkraft und ermüdet bei der ständigen Belastung durch Walken und Dehnen, wenn der Schlafende sich im Bett bewegt. Daher meist Beimischung dehnbarer Materialien wie Polyester (PE) oder noch haltbarer Polyamid (PA)-Anteilen, z.B. 70% BW + 30% PA. Zahlreiche Beimischungen werden eingesetzt: Aloe Vera macht das Tuch weich und geschmeidig. Relativ umweltfreundliche Weiterentwicklungen von Viskose wie Modal, Lyocell oder Tencel werden Menschen empfohlen, die zum Schwitzen neigen. Dabei handelt es sich um Fasern, die aus Buchenholz-Abfällen gewonnen werden.

Himzu kommt eine Vielzahl an Funktionsfasern, die von Schönheit bis Gesundheit fast alles versprechen. Es bleibt zweifelhaft, ob Algenbeimischung durch Molton, Laken und Nachtwäsche hindurch die Haut verjüngen kann, ebenso zumindest im Normalhaushalt, ob ein desodorierender oder bakterientötender Zusatz angebracht ist. Siehe Pflege oben. Allergiker/-innen sollten wie bei allen Artikeln des täglichen Bedarfs beachten, dass Zusatzstoffe gewisse Risiken bergen. Als unverdächtig in dieser Hinsicht gelten PE und PA.

Versteppung

Gute Bezüge bestehen nicht nur aus einfachem Tuch sondern sind mit einem Vlies versteppt. Bei waschbaren Ausführungen handelt es sich dabei in der Regel um PE-Faservlies. Schurwoll-, Kamelhaar- oder Seidenvlies versteppte Bezüge gibt man bis auf Ausnahmen (waschbare Schurwolle) bei Bedarf zur Reinigung statt in den Waschsalon. Versteppungen mit Wollsiegel-Schurwolle haben mindestens 500 g/m² Schurwolle. “Schafwoll”-Versteppungen können aus wiederaufbereiteter Wolle bestehen (das Gegenteil von Schurwolle). PE-Faservliese von 200 g/m² sind recht schwach, 400 g/m² ergibt ein sehr komfortables Feinpolster.

Schlafklima:

Vliese aus hochwertiger PE-Hohlfaser sollen auch dauerhaft fast so atmungsaktiv sein wie Schurwolle und sind angezeigt, wenn Allergiker ihren Matratzenbezug häufig waschen möchten. Eine neue Kaltschaum-Matratze mit PE-verstepptem, waschbarem Bezug ist zunächst Allergen-frei; damit das so bleibt, gilt es, das Eindringen von Hautschuppen zu verhindern (Molton). Der Einsatz eines Encasing (milbendichte Hülle, beeinflusst die Liegeeigenschaften) kann damit lange hinausgeschoben werden. Rheumatikern empfiehlt sich wegen hoher Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe ein mit Schurwolle versteppter Bezug, dem besonders trockenes Schlafklima zugeschrieben wird. Hiervon unbeeinflusst ist das auch für die Lebensdauer wichtige regelmäßige Lüften der noch warmen Matratze gleich nach dem Aufstehen. Wer zum Schwitzen neigt, sollte zu einer gut durchlüfteten Kernkonstruktion vor allem eine dicke Versteppung des Bezugs wählen.

Das Faservlies muss mit dem Oberstoff versteppt sein, damit es sich nicht beim Gebrauch verschiebt. Die Steppnähte deuten oft als Muster die Liegezonen an, die man sich vor dem Kauf zeigen und erklären lassen sollte.

Verarbeitung/Konfektion

Nicht abnehmbare Bezüge sind mitunter mit einem Reißverschluss (RV) verarbeitet, der nicht zu öffnen, sondern nur Produktionsmerkmal ist.

Abnehmbare Bezüge haben einen (hoffentlich) durchgehenden/teilbaren RV, so dass jede Hälfte für sich gepflegt werden kann.

Bei Rundum-Verarbeitung befindet sich der RV auf halber Höhe der Matratze, die dadurch eine abgerundete Kante hat.

Bei guter Border-Verarbeitung befindet sich der RV direkt an der Borderkante, die mit einem Keder (textilgefüllte Paspel) verstärkt ist. Ganz hochwertige Matratzen haben an Ober- und Unterseite einen RV, so dass nur die gerade oben liegende Bezugsseite abgenommen werden muss, wenn ein “Malheur” passiert ist.

Griffe:

Sie dienen dem Drehen und Wenden, nicht dem Herumtragen; fürs Ausreißen gibt es keine Garantie. Die ca. 30 € Herstellkosten sind manchen Herstellern Grund zum Einsparen. Um die Garantiebedingungen der Matratzenindustrie einzuhalten, sollen Matratzen ca. alle 4 Wochen im Wechsel gedreht oder gewendet werden, ohne funktionale Griffe schwer möglich. Matratzen mit Borderkante können und sollten Grifftaschen in ergonomischem Abstand haben.


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