Der „Blaue Engel“ feiert runden Geburtstag. Seit 30 Jahren weist das Symbol den Weg zu Produkten, die umweltfreundlicher und gesundheitsverträglicher sind als Konkurrenten. Wer zu Waren mit dem Ökozeichen greift, der hat zudem die Garantie, „dass sie für den vorgesehenen Zweck bestens taugen und zudem lange halten“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Dafür sorgen die Qualitätskriterien der Jury Umweltzeichen. Die zeichnete zu Beginn etwa runderneuerte Reifen und Spraydosen aus, die ohne den Ozonschädling FCKW (Fluor-Chlor-Kohlen-Wasserstoff) sprühten. Heute schmücken sich auch Computer, strahlungsarme Mobiltelefone und weniger lärmende Beamer mit dem Umweltlabel. Insgesamt tragen 10.000 Produkte den „Blauen Engel. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, „beim Kauf immer nach dem Ökozeichen Ausschau zu halten“ – beispielsweise bei Papier, Getränken, Bürogeräten oder auch Matratzen:
· Recyclingpapier:
Auf Papier zu schreiben, das den Blauen Engel trägt, kommt der Umwelt gleich doppelt zugute: Wälder werden als wichtige Ressource und Lebensraum geschützt. Außerdem verschlingt die Herstellung von Recyclingpapier erheblich weniger Energie und Wasser als die Produktion aus Frischfasern (weißes Papier). Ein einziges Paket Recyclingpapier (500 Blatt) spart im Vergleich zur Frischfaser-Konkurrenz die Menge Energie, mit der eine Glühlampe 44 Stunden lang brennt. So tragen auf Recyclingpapier gedruckte Texte auch zum Klimaschutz bei.
· Mehrwegflaschen:
Früher war nur bei Getränken in Mehrwegflaschen ein Pfand fällig. Jetzt zahlt der Kunde den Obolus auch auf Einwegflaschen und Dosen, die nur einmal verwendet werden. Da kann der Eindruck entstehen, dass die beiden Systeme ökologisch identisch abschneiden. Fakt jedoch ist: Mehrwegflaschen belasten Umwelt und Klima sehr viel weniger als Einwegverpackungen. Denn Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 50 mal wiederbefüllt werden, anschließend eingeschmolzen und zu neuen Glasverpackungen verarbeitet werden. Mehrwegflaschen mit dem „Blauen Engel“ - am besten aus der Region - bieten deshalb eine verlässliche Orientierung, umweltfreundlicher einzukaufen.
· Bürogeräte:
Computer, Drucker und Multifunktionsgeräte mit dem Öko-Zeichen benötigen weniger Strom als vergleichbare Fabrikate. Zudem laufen sie leiser und werden so konstruiert, dass sie sich recyceln lassen. Derzeit sind im Handel 44 Computer, Bildschirme und Tastaturen von insgesamt vier Herstellern mit dem Gütesiegel erhältlich. Zehn Fabrikanten bieten außerdem 102 Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte mit dem „Blauen Engel“ an. Bürogeräte verbrauchen selbst dann noch Strom, wenn der Ein/Ausschalter auf „0“ steht. Deshalb ist es ratsam, immer eine ausschaltbare Steckerleiste zu nutzen.
· Matratzen:
Mit dem „Blauen Engel“ zu ruhen, bietet Sicherheit. Denn Textilien, Polster und Kleber enthalten keine Stoffe, die Krebs erzeugen, das Erbgut schädigen und die Fortpflanzung gefährden können. Bedenkliche Ausrüstungen wie Flamm- und Mottenschutzmittel sind verboten, für andere Substanzen wie etwa Formaldehyd bestehen Grenzwerte.
Der „Blaue Engel“ findet sich inzwischen auf Produkten aus 190 Kategorien. Die Verbraucherzentrale NRW stellt 100 dieser Warengruppen in einer Broschüre vor – von Abdeckfolien über Regentonnen bis zu Zahnbürsten. Diese Übersicht gibt`s kostenlos in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale und im Internet unter
www.vz-nrw.de/blauer-engel.









