Oberbegriff für eine Matratzenart, die im Inneren aus einem geordneten System meist feuerverzinkter Stahlfedern besteht, welche durch ein Geflecht miteinander verbunden sind und sich einzeln und unabhängig voneinander bewegen können. Umgeben wird der Federkern von einem Feinpolster aus Wolle, Baumwolle, Seide oder Schaumstoffmaterial. Federkern-Matratzen werden aufgrund differenzierter Anforderungen für verschiedenste Einsatzzwecke gefertigt. Der Aufbau ist vielschichtig und unterschiedlich. Zwischen dem gängigen Bonell-Federkern und dem komfortableren Taschenfederkern gibt es erhebliche Unterschiede.
• Bonell®-Federkern (Taillenfederkern):
Dieser Federkern wird maschinell aus einer Vielzahl von Taillenfedern gefertigt, die am oberen und unteren Federring durch Spiralfederzüge miteinander verbunden sind. Oberer und unterer Rahmen werden durch einen Bandstahl- oder Stahldrahtrahmen gebildet, der im Gegensatz zum Zylinderfederkern eine geringere Anzahl Federn mit einem größeren Kopfdurchmesser besitzt. Die dadurch entstehenden großen Zwischenräume werden mit einem festen Polsterträger überbrückt, wodurch sich weniger Berührungspunkte von Feder zu Feder ergeben. Bei dieser Matratzenart zeigt sich bei geringer Belastung ein weicher, bei stärkerer Belastung ein härterer Federungseffekt.
• GR-Federkern:
Endlos aneinander gereihter Federkörper, mit dem ein ebener Verlauf der Oberfläche des Federkerns erreicht wird. Das System ist ein einziges federndes Element, das ohne Knoten, Knicke oder Schwächungen in allen Belastungszonen einer Polsterung arbeitet. Die patentrechtlich geschützten GR-Federkerne werden maschinell hergestellt und haben eine Drahtdicke von 1,4-1,8 mm; sie weisen bei rel. geringer Federhöhe eine gute Elastizität und Tragfähigkeit auf.
• Taschenfederkern:
Bei dieser Federkernart werden einzelne Zylinderfedern in kleine Säckchen aus Nessel eingenäht und an ihren Berührungspunkten miteinander verbunden, wodurch auch leiseste Geräusche vermieden werden. Bei der freien Federung lassen sich extrem weiche, anschmiegbare Polsterungen fertigen. Diese Matratzenart passt sich der individuellen Körperform an und ermöglicht durch punktelastische Federung, bei der jede einzelne Feder zusammengedrückt werden kann, ohne dass die Nachbarfeder mitschwingt, einen hohen Schlafkomfort.
Umgeben wird der Federkern von einem Feinpolster aus ausgewählten Polstermaterialien, wie z.B. Wolle, Baumwolle, Seide, Rosshaar und/oder Schaumstoffmaterial. Darüber liegt eine Abdeckung zur Aufnahme der Feuchtigkeit. Den äußeren Abschluss bildet der Matratzendrell. Der konstruktive Aufwand dieser hochwertigen Matratzenart dient der elastischen bzw. punktelastischen Körperabstützung, um die hohen Belastungen beim Schlaf aufzufangen. Aus der Erkenntnis, dass hinsichtlich der Körperunterstützung eine Matratze nur optimale Werte erreichen kann, wenn sie auf das individuelle Körpergewicht des Benutzers abgestimmt ist, werden diese Matratzen in verschiedenen Gewichtsklassen angeboten.
• Tonnentaschen-Federkern:
Federkernsystem, bei dem die einzelnen textilen Taschen mittig mitteinander verbunden sind. Dies wird meist durch eine Verklebung erreicht. Im Unterschied zum Zylinderfederkern haben die einzelnen Federn dieses Systems oben und unten einen geringeren Durchmesser als in der Mitte. Diese Komfortmatratze ermöglicht eine optimale Anpassungsfähigkeit durch punktuelle Körperunterstützung mit unterschiedlich auf den Körper abgestimmten Liegezonen (5 bzw. 7). Die Vernestung der Kerne mit einer höheren Anzahl einzeln reagierender Tonnenfedern dämpft das Nachschwingen und erhöht die Formstabilität der Matratze. Die hohe Atmungsaktivität sorgt für einen sehr guten Feuchtigkeitstransport. Die Komfortausführung mit einer flexiblen Stiftlochlatex-Abdeckung gewährleistet eine besonders gute orthopädische Körperabstützung.
• Zylinder-Federkern:
Klassische und älteste Federkernart. Nach RAL-Bedingungen (RAL 443) definierter Polsterfederdraht, wobei die Windungen zylindrisch verlaufen und von Hand ineinander gedreht sind. Sie werden zu einer Federkerneinheit verschlungen. Diese auch als Leichtfederkern bezeichnete Federkernart unterscheidet sich von den Taillenfederkernen dadurch, dass alle Federwindungen gleich sind. Der Zylinderfederkern zeichnet sich durch eine hohe Konstanz der Federungsqualität und Langlebigkeit aus. Diese Vorteile werden durch eine hohe Federndichte (400 Federn/ qm) und unterschiedliche Drahtdurchmesser erreicht. Individuelle Ausführungen hinsichtlich Federhöhe (bis 24 cm), Wölbung, Verstärkungen, unterschiedliche Federhöhen und Abmessungen können nach Anforderung gefertigt werden. Die Begrenzung des Zylinderfederkerns findet durch Bandstahlrahmen statt. Gleichwertige Produkte sind maschinengefertigte Varianten oder Kombinationen von Hand- und Maschinenarbeit, die den besonderen Eigenschaften des handgefertigten Zylinderfederkerns gerecht werden.
• Zylinder-Taschenfederkern:
Bei diesem Federkern sind bei einer erhöhten Federanzahl die einzelnen Taschen meist durch Klammern verbunden. Dieses Liegepolster ist etwas härter als das Tonnentaschen-Federkernsystem.
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