Es gibt widersprüchliche Angaben, was gut für den Rücken ist. Man muss genau auf seine eigene Bedürfnisse achten.
Auf der richtigen Matratze ist sich gut gebettet
Doch wer nicht weiß, ob er lieber hart oder weich, auf Latex, Hartschaum oder Naturfaser liegt, muss viel Geduld mitbringen. Denn beim kurzen Probeliegen ist es kaum möglich herauszufinden, ob die Matratze passt.
Eine Matratze zu kaufen, ist eine Wissenschaft für sich. Die Hersteller versuchen, sich mit immer neuen Systemen zu überbieten. Sie werben mit Federkernen, die sich an Körper anpassen, und mit Feuchtigkeitsregulierenden Matratzen. Es gibt neue Materialien und individuell gestaltbare Modelle. Und sie sind oft geprüft von anerkannten Wissenschaftlern, Sportlern oder Therapeuten.
Unterschiedlichen Ansprüchen gerecht wird zum Beispiel die Multifunktionsmatratze. Die Firma Dunlopillo (Hanau) etwa wirbt mit neuer Hybrid-Technologie. Die Matratze besteht aus zwei Materialien - weicherem Latex und härterem Coltex (Hartschaum). Beide Materialien werden ohne Verkleben verbunden. Dadurch bleibe die Matratze atmungsaktiv. “Man kann auf beiden Seiten schlafen”, sagt Emel Aygün von Dunlopillo: “Wer es punktelastisch und weich mag, schläft auf der Latexseite, wer härter liegen möchte, auf Coltex.”
Zwei Varianten sind Diamona aus Wolfsburg zu wenig. Der Hersteller bietet eine Matratze an, die dem Körper des Käufers angepasst wird. Damit das funktioniert, wird der Kunde im Laden vermessen und muss einen Fragebogen ausfüllen. Nach diesen Angaben baut Diamona die “Physio-sleep”-Matratze. Möglich ist das über eine Art Stecksystem. In die Matratze können verschieden harte Schaumstoffrollen eingefügt werden - je nachdem, wie schwer eine Person ist. Tut die Hüfte morgens trotzdem weh, reiche es oft schon, ein weicheres Schaumstoffteil einzufügen.
Auf ein bisher eher in Schuhsohlen verwendetes Material setzt Recticel aus Bochum.
Taschenfederkernmatratzen von Schlaraffia wurden mit einer Gelauflage ausgestattet. Gel kann die natürliche Form der Wirbelsäule besser wiederherstellen als andere Materialien, wirbt Burkhard Prätzel von Recticel. Die Matratze entlaste den Rücken, damit könnten die Muskeln besser durchblutet und die Wirbel mit Nährstoffen versorgt werden.
Passt sich dem Körper an
Punktelastizität verspricht auch Hüsler Nest. Das Schweizer Unternehmen hat einen Lattenrost mit 40 “Trimellen” - drei verleimte Streifen Holz - entwickelt. Dank dieser Konstruktion passe sich der Lattenrost an jeden Körper an. Da auch Hüsler Nest auf Individualität setzt, können einzelne Lamellen gegen stärkere oder weichere Modelle ersetzt werden. Neben der Härte spielen bei einer Matratze auch ihre Klimaeigenschaften eine wichtige Rolle, also die Frage, wie warm und wie gut belüftet sie ist.
Tempur aus Steinhagen und der niederländische Hersteller Auping setzen bei ihren Matratzen auf Materialien, die sich über die Körperwärme an die Konturen des Nutzers anpassen. Druckstellen sollen so angeblich verhindert werden. Bei Auping heißt die Innovation “Active Ventilation Support”; die offene Struktur des Gewebes im Innern der Matratze leite die nachts abgegebene Körperflüssigkeit ab. Tempur nennt sein System “Air flow”: In den großen Zellstrukturen des Matratzenmaterials könne die Luft optimal fließen.
Phi-ton geht noch einen Schritt weiter: Die 3D-Matratzen des Unternehmens aus den Niederlanden passen sich nicht nur an den Körper an und sind besonders atmungsaktiv. Sie lassen sich auch gut reinigen - dank ihres geringen Gewichts und der Netzstruktur kann man sie einfach unter die Dusche stellen.
Beim Matratzenkauf sollten Kunden auch auf mögliche Schadstoffemissionen achten. Dabei gebe es große Unterschiede, sagt Frank Jungnickel von der Landesgewerbeanstalt Bayern (Nürnberg), die unter anderem das Siegel “LGA schadstoff-geprüft” vergibt. Die LGA untersuchte 165 Matratzen - sie gaben binnen sieben Tagen zwischen fast null und 11 200 Mikrogramm pro Kubikmeter flüchtige organische Verbindungen ab. Für das Siegel darf die Konzentration nicht mehr als 500 Mikrogramm betragen.









